Auf dem 34. Filmfest München

Ich durfte die beiden Radiojournalisten Susanne Burg und Patrick Wellinski vom Dradio diesen Sommer zum 34. Münchner Filmfest begleiten, um dort Fotos für den Internetauftritt des Deutschlandradios zu schießen.


Es ist schwül hier – und eng. Zu wenig Platz für zu viele Leute. Dicht an dicht stehen Fotografen, Journalisten, Filmteams vor dem roten Teppich. Niemand hat besonders viel Platz, und der Mann von der dpa beschwert sich lauthals, dass man ja wenigstens ein bisschen rutschen könne - er sei schließlich von der dpa! Ein kleiner Tumult bricht aus. Kaum nähern sich die ersten Promis dem roten Teppich, werden Rufe laut, zu welchem Fotograf wer doch bitte mal schauen soll und wer wem endlich ein paar Fragen beantworten soll. Der Mann von der dpa beschwert sich immer noch, dass er so nicht arbeiten könne und dringend mehr Platz bräuchte.
Man erwartet bekannte Schauspieler, Regisseure, Produzenten, stattdessen kommt ein Schulvater den roten Teppich entlang: Adnan Maral. Ach ja, auch er ein Promi!

 

Der Teppich füllt sich. Da stehen die Hauptdarsteller des gefeierten Eröffnungsfilms „Toni Erdmann“, etwas weiter der bekannte Regisseur und Filmemacher Christian Petzold – und neben mir steht: Susanne Burg, die Reporterin des Senders Deutschlandradio Kultur. Dank ihr darf ich hier stehen. Einen Tag später begleite ich sie zum Interview mit Christian Petzold.

 

„Oooooh! Don ´ t do that!“

Der in Berlin wohnende Nordrhein-Westfale der gerne in München leben würde, wenn seine Frau ihm deswegen nicht mit dem Scheidungsanwalt drohen würde, ist bekannt für Filme wie Wolfsburg (2003), Gespenster (2005), Yella (2007), Barbara (2012) oder den „Polizeiruf 110: Wölfe“ aus dem Jahr 2016. Auf dem diesjährigen Filmfest wurde ihm eine Retrospektive gewidmet, das heißt, seine alten Filme wurden erneut gezeigt. Allerdings verriet er, dass er doch lieber Fußball-Bundesliga schaut – auch während der Retrospektive.

Während dem Interview erzählt er auch, was er auf dem Filmfest in Toronto erlebt hat: Er musste aufs Klo und wollte gerade sein kleines Geschäft erledigen, da kam Brad Pitt dazu und sagte: „Oooooh! Don´t do that!“. Er hatte nämlich aus Versehen das Waschbecken mit dem Pissoir verwechselt…

 

Was man auf Filmfestivals noch erleben kann: Stress mit den Eltern, wenn man als unter 16-Jähriger noch nach 22 Uhr unbedingt allein in München bleiben will. Gerade wenn der Trubel nachlässt, die besten Filme anlaufen, die Regisseure nach dem Film noch Zeit haben, in Ruhe mit dem Publikum zu sprechen und eine tolle Atmosphäre im sommernächtlichen München herrscht, gibt es keinen dpa-Mann weit und breit der nervt - stattdessen eine Mutter am Telefon Aber im nächsten Jahr wird alles anders, vom 22. Juni bis 1. Juli geht’s von Neuem los – dann aber Ü 16. Also: save the date!

Das Interview mit Christian Petzold ist HIER auf der Website des Deutschlandradio Kultur zu höhren.


Dieser Text erschien im Herbst 2016 in der dritten Ausgabe der Schülerzeitung "Die Waldorfchroniken". © by "Waldorfchroniken" c/o Jonathan Auer


Natürlich habe ich fleißig Fotos gemacht:

© of all photos by Jonathan Auer

Bei Interesse an einem  oder mehreren der Fotos bitte melden: jon-media@gmx.de


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